Crowdfunding auf der co:funding

Subkonferenz co:funding auf der re:publica

Subkonferenz co:funding auf der re:publica Foto: © J.W.

Auf der sechsten re:publica in der STATION Berlin versammelten sich an drei Tagen 4.000 Kreative, Medienschaffende und Künstler. Die Zuschauer hatten die Wahl zwischen rund 200 verschiedenen Veranstaltungen auf acht Bühnen. Ich wollte wissen, welche Geschäftmodelle im Online-Journalismus zur Zeit am meisten diskutiert werden. Dabei stieß ich auf das Thema Crowdfunding.

Dazu gab es auf der re:publica die Subkonferenz co:funding, die sich ausschließlich mit dem Thema Crowdfunding beschäftigt. Beim Crowdfunding werden einzelne Projekte durch eine Crowd finanziell unterstützt. In einer kurzen Einführung erklärte Professor Andreas Will (TU Ilmenau), wie Crowdfunding funktioniert, welche Motivation dahinter steckt und warum man dazu bestimmte Crowdfunding-Plattformen braucht.

Professor Andreas Will auf der co:funding Foto: © J.W.

Das Thema gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung: In den letzten drei Jahren wurden schon 850 Projekte über Crowdfunding- Plattformen realisiert, was einen Gesamtspendenbetrag von über einer Million Euro einbrachte.

Doch wofür braucht man eine Crowdfunding-Plattform? Auf der Plattform stellt derjenige, der Spenden sammeln will, sein Projekt vor. Das kann eine investigative Reportage, ein Buch oder eine audiovisuelle Dokumentation sein. Um möglichst viele potentielle Unterstützer für ein Projekt zu finden, gibt es einige Faktoren, die der Projektinitiator beachten sollte. Zum Beispiel spielt ein gelungenes Vorstellungsvideo eine wichtige Rolle: Es erklärt das Projekt, es sollte die Unterstützer emotional ansprechen, bestenfalls unterhalten und so zum Spenden anregen. Eine weitere Aufgabe des Projektinitiators ist es, die Kommunikation rund um das Projekt am Laufen zu halten. Dies kann über ein Projekt-Blog geschehen, auf dem Fortschritte des Projekts bekannt gegeben werden. Aber auch durch Social Media Kanäle kann er das Projekt bewerben, um eine möglichst große Masse an Unterstützern zu erreichen.

Bühne Co:funding

Bühne auf der co:funding Foto: © J.W.

Denn darum geht es beim Crowdfunding: Je größer die unterstützende Crowd, desto mehr Spenden werden erzielt und desto schneller kann das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Es ist wichtig von Anfang an einen Zeitraum festzulegen, in dem eine bestimmte Spendensumme erreicht werden soll.

Zum Abschluss des Projektes kann ein Gegenwert in Aussicht gestellt werden. Zum Beispiel in Form eines exklusiven Geschenks oder einer Vergünstigung bei zukünftigen Spenden. Die Projektinitiatoren müssen einen Anreiz schaffen, sodass es sich für die potentiellen Unterstützer lohnt, Geld zu spenden.

Die Crowdfunding-Projektreihe „berlinfolgen“ der taz

Die taz probiert das Modell Crowdfunding zur Zeit mit dem audiovisuellen Projekt berlinfolgen aus, das seit eineinhalb Jahren von der Agentur 2470 Media produziert wird. Matthias Urbach, Leiter von taz.de, beschreibt die berlinfolgen als ein Mosaik der Stadt, in dem verschiedene Berliner porträtiert werden.

Matthias Urbach über "berlinfolgen" bei der taz

Matthias Urbach (Leiter taz.de) spricht über die Projektreihe „berlinfolgen“ bei der taz. © J.W.

Damit wird ein Bild von Berlin geschaffen, wie sich ein Fremder die Stadt vorstellen kann. Doch die taz konnte die Produktionskosten der berlinfolgen nicht mehr alleine tragen. Deshalb wird jetzt die Hälfte der Kosten über die Plattform startnext generiert. Die andere Hälfte steuern die taz und 2470 Media bei.

Mittlerweile ist das Projekt für den Grimme Online Award nominiert und es bleibt spannend, wie lange die berlinfolgen auf diese Art am Leben bleiben. Als Gegenleistung bekommt der Unterstützer bei einer Spende von fünf Euro einen Dankesanruf von 2470 Media; bei zehn Euro eine Foto-Grußkarte und bei einer Spende von 50 Euro eine DVD der ersten 52 berlinfolgen mit einer persönlichen Widmung.

Die Crowdfunding-Plattform dient letztendlich als Vermittler zwischen Projektinitiator und potenziellem Unterstützer. Über die Plattform wird der Tausch  zwischen Leistung und Gegenleistung abgewickelt. Die Plattform muss auch Vertrauen schaffen – sowohl beim Projektinitiator als auch bei potentiellen Spendern. Dies gelingt über eine starke Markenbildung und wenn sie mit erfolgreichen Projekten für sich werben kann.

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